Ackerbau

Insgesamt bewirtschaften wir etwa 10 Hektar Feld, Wald und Wiese. Im bayernweiten Vergleich sind wir damit ein sehr kleiner Betrieb. Da uns alle Felder selbst gehören, sind wir nicht gezwungen, in kurzer Zeit möglichst hohe Erträge zu generieren, um immer weiter steigende Pachtpreise zu bedienen – vielmehr können wir uns darauf konzentrieren, über eine extensive Fruchtfolge langfristig die Bodengesundheit zu verbessern.

Als Bio-Betrieb fühlen wir uns verpflichtet, einen möglichst großen Teil des Futters selbst zu erzeugen. Dabei ist es uns wichtig, über eine sinnvolle Fruchtfolge sicherzustellen, dass Mensch und Tier möglichst wenig um die wertvollen Ackerflächen konkurrieren, d.h. dass Futter- und Speisegetreide in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Abwechselnd säen wir unsere Flächen mit Kleegras oder Leguminosen ein: so nimmt der Boden während der Anbaupause auf natürliche Weise Stickstoff auf, der den nachfolgenden Kulturen zugutekommt. Ein schöner Nebeneffekt: Auf diese Weise stehen immer wieder neue Grasflächen zur Verfügung, auf denen unsere Hühner weiden können – dies hält gleichzeitig auch den Parasitendruck gering.

Grundsätzlich verzichten wir gemäß EU-Bio-Regularien auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Wir bekämpfen Beikräuter, wo nötig, ausschließlich mit mechanischen Mitteln, d.h. Striegeln, Hacken, oder, wenn nötig, auch per Hand.

Alte Getreidesorten

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Wo immer möglich, möchten wir auch sogenannten „Alten Getreidesorten“ eine Chance geben, in den landwirtschaftlichen Wirtschaftskreislauf zurückzukehren. Im Gegensatz zu modernen Hybridzüchtungen bringen sie in der Regel weniger Erträge, sodass sie sich für viele Betriebe wirtschaftlich nicht mehr lohn(t)en. Dafür weisen sie andere, wertvolle Eigenschaften auf, die sich nicht unbedingt monetär vergüten lassen: Genetische Vielfalt, Resistenz gegen bestimmte Krankheitserreger, besonderer Geschmack – und nicht zuletzt die Möglichkeit, das Saatgut selbst vermehren zu können, da sie nicht einem Patentschutz unterliegen und somit unabhängig von großen Agrarkonzernen angebaut werden können.

Beispiel: Petkuser Kurzsstroh

Im Oktober 2021 haben wir von der Domäne Dahlem (Berlin) die alte Roggensorte Petkuser Kurzzstroh bekommen. Anders als es der Name suggeriert, handelt es sich um einen typischen langstrohigen Roggen, der bis zu 1,40 Meter hohe Halme ausbilden kann. Gleichzeitig sagt man dem Petkuser Kurzsstroh gute Backeigenschaften nach. Wir sind gespannt auf die Ernte und sind stolz darauf, derzeit der einzige Betrieb in Süddeutschland zu sein, der dieses besondere Getreide anbaut.

Unsere Landwirtschaft in Zahlen

5

verschiedene Getreidesorten

10ha

Feld, Wald und Wiese

66

Jahre alte Gerätschaft

Alte Landtechnik

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Zu unseren Maschinen zählen auch einige fast schon museale Stücke wie ein Fendt „Dieselross“ aus dem Jahre 1955, eine Dreschmaschine, ein Mähbinder oder eine Sämaschine aus den 60er-Jahren. Wir wollen, wo immer möglich, auch die alte Landtechnik sicht- und erlebbar machen. Manche Geräte, die freilich weitaus mühsamer als moderne Maschinen zu bedienen sind, haben auch heute noch ihren Nutzen: So können wir mit unserem Mähbinder ungehäckseltes Langstroh ernten, das beispielsweise zur Eindeckung von Strohdächern verwendet werden kann.